Leserfrage: Wie macht man seine Steuererklärung selbst?

Bettina Blaß

Von 

Selbstständige Journalistin mit dem Fokus auf Verbraucher- und Internetthemen, Buchautorin, Dozentin. Mehr Infos: Wirtschaft verstehen!, Facebook, @kuechenzurufGoogle+

Steuererklärung und Buchhaltung kann man auch selbst machen
Steuererklärung und Buchhaltung kann man auch selbst machen

Erst neulich war es auf einem Netzwerktreffen, dass uns eine Kollegin fragte, wie wir eigentlich unsere Steuererklärung machen. Nicht zum ersten Mal: Das Thema Steuern treibt freie Journalisten selbstverständlich immer wieder um. Und im Frühjahr sowieso, denn noch ist der 31. Mai das Datum, bis zu dem die Steuererklärung beim Finanzamt sein muss. Künftig wird es jedoch der 31. Juli sein.

Kaum hatten wir diese Frage gemeinsam am Stammtisch erörtert, kam die nächste Frage zu diesem Thema, und zwar per Mail:

Viola fragte:

Ich bin Kleinunternehmerin als Journalistin, mein Mann macht etwas anderes. Ich würde gerne wissen, mit welchem Programm ich meine eigenen Steuern machen kann. Dazu kommt: Er hat einen Mac, ich einen PC. Was könntest du mir empfehlen? Auch grundsätzlich zur Buchhaltung, um den Überblick zu behalten.

Meine Antwort

Meine Buchhaltung mache ich mit einer ordinären Excel-Tabelle. Das funktioniert seit vielen Jahren sehr gut:

  • Rechnungsnummer
  • Auftraggeber
  • Produkt
  • Abgabetermin
  • Honorar
  • Umsatzsteuer (7%, 19%, 0%)
  • Rechnungsdatum
  • Rechnungsbegleichung bis wann?
  • Rechnung beglichen wann?
  • Wie viel sind 28% vom Honorar (=Steuerrücklage)?

Und neuerdings gibt es noch eine Spalte, in der ich notiere, wie viel Zeit ich benötigt habe, um den Auftrag auszuführen. So habe ich im Blick, ob sich die Arbeit für einen Kunden finanziell lohnt, oder ob ich drauf zahle.

Die Software-Frage

Zum Thema Steuererklärung gibt es auf Fit für Journalismus schon einen Artikel. Die Software von WISO (Werbelink zu Amazon) ist für Mac und PC erhältlich, allerdings kann man nicht eine Version für beide Geräte benutzen.

Ich meine, man kann drei oder vier Steuererklärungen damit pro Jahr machen, auf jeden Fall mehr als nur eine. Bei uns machen mein Mann und ich sie gemeinsam, und wir entscheiden am Ende, ob wir uns getrennt oder zusammen veranlagen. Das Programm macht eine Günstiger-Prüfung, die Veranlagungsform kann man auf Knopfdruck ändern. Hat im Zweifelsfall aber zur Folge, dass der eine eine hohe Summe zurückbekommt, die der andere sie wieder dem Finanzamt überweisen muss. Aber wenn man dadurch einige hundert Euro spart, ist es diesen kleinen Umstand wert. Die Steuererklärungen können übrigens auch mit Passwort geschützt werden.

Übrigens: Im Mai 2017 wird es exklusiv für DJV-NRW Mitglieder ein Steuerseminar in Düsseldorf geben. Noch kann man sich dafür nicht anmelden. Behaltet die Internet-Seite im Blick, dort wird es bald eingestellt werden. Alternativ werden DJV-NRW Seminare auf der Facebook-Seite und bei Twitter angekündigt.

In eigener Sache

Wir bei Fit für Journalismus freuen uns immer über Eure Fragen. Manchmal ist es aber gar nicht so einfach, sie zu beantworten. Vor allem, wenn wir erst einmal in unserem Netzwerk nach einem Kollegen suchen müssen, der vielleicht eine bessere Antwort kennt. Wir machen Fit für Journalismus nicht, um damit reich zu werden. Aber wir haben natürlich schon Kosten: für den Server, für ein neues Bezahl-Layout, manchmal für Bilder aus Datenbanken. Hinzu kommt natürlich unsere Zeit: Sie knapsen wir uns entweder von der Freizeit ab. Oder wir recherchieren und schreiben eine Antwort während der Arbeitszeit – können dabei aber natürlich nicht für unsere zahlenden Kunden arbeiten. Falls Euch unsere Antworten weiterhelfen, freuen wir uns darüber, wenn Ihr unsere Arbeit unterstützt. Spendet über Paypal einfach den Betrag, den Euch unsere Antwort wert ist. Dann haben wir beide etwas davon.

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Ein Kommentar zu “Leserfrage: Wie macht man seine Steuererklärung selbst?

  1. PC und Mac in einer Partnerschaft? Das ist ja fast schlimmer, als BVB- und Bayernfans. Wer die Herausforderung aber meistert, der schafft auch die Buchführung.

    Nach den Buchführungsgrundsätzen der Finanzverwaltung erkennt die eine „Buchführung“ mittels Excel wegen der fehlenden Unveränderbarkeit nicht mehr an.
    (Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern,
    Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff
    (GoBD), Erlass vom 14. November 2014, IV A 4 – S 0316/13/10003).

    Bei den vorhanden Systemunerschieden der Rechner könnte eine Online-Buchführung das Mittel der Wahl sein. Die gibt es auch kostenlos. Hier: http://collmex.de/buchhaltung_software.html
    Natürlich werden neben der Freewareversion auch Bezahlversionen angeboten, die aber auch Mehrnutzen bringen.

    Die Excel-Buchführung ist übrigens nicht per se schädlich, öffnet der Finanzverwaltung aber den Weg für Zuschätzungen unter Hinweis auf eine formell mangelhafte Buchhaltung. Auch die erforderliche eindeutige Zuordnung gemischt genutzter Gegenstände zum Betriebsvermögen kann dann bezweifelt werden.

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