Selbsttest: Interaktive Karten mit Maps4News

Bettina Blaß

Von 

Selbstständige Journalistin mit dem Fokus auf Verbraucher- und Internetthemen, Buchautorin, Dozentin. Mehr Infos: Wirtschaft verstehen!, Facebook, @kuechenzurufGoogle+

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte, das wissen wir alle. Auch darum ist es so angesagt, (Geo-)Daten zu visualisieren. Maps4News hatte mir angeboten, ihren Dienst kostenlos zu testen. Das Unternehmen arbeitet unter anderem nach eigenen Angaben mit Bild oder der Süddeutschen zusammen. Ich habe das Angebot gerne angenommen, und meine Reiseroute durch Schottland so bildlich dargestellt:

Mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden. Der Weg zum Ziel war allerdings steinig. Das ist nicht ungewöhnlich, wenn man das erste Mal mit einer neuen Software arbeitet. Man muss sich eben einarbeiten. Hinzu kommt, dass ich an einem Mac arbeite – der Workflow soll mit einem Windows-Rechner geschmeidiger sein.

Erstmal hilflos

Ich kann mich nicht registrieren
Ich kann mich nicht registrieren

Mein erstes Problem hatte ich direkt zu Beginn: Ich konnte mich nicht registrieren. Doch zu diesem Zeitpunkt zeigte sich auch erstmals die große Stärke von Maps4News: Das Unternehmen hat einen ausgesprochen hilfreichen Support. Nachdem ich meinen Hilferuf per Mail geschickt hatte, legte man mir kurzerhand ein Nutzerkonto an.

Jetzt saß ich ziemlich blöd vor der Software. Mir war schon klar, dass ich irgendwie Bilder einfügen können würde, aber wie? Magdalena Muhr, die die Öffentlichkeitsarbeit betreut, hatte mir schon einen Link zu einem YouTube-Video geschickt, das es jetzt aber erstaunlicherweise nicht mehr gibt. Wie die meisten Menschen bin ich kein Freund davon, Handbücher oder Betriebsanleitungen lessen zu müssen, um ein Produkt nutzen zu können. Aber bei einer komplexen Software ist das sicherlich kein Fehler. Die 15 Minuten waren gut investiert, jetzt lief es wie am Schnürchen.

Pluspunkte der Software

Sehenswürdigkeiten auswählbar
Sehenswürdigkeiten auswählbar

Ein großes Plus bei Maps4News: Die Software findet nicht nur bestimmte Städte, sondern dort auch Sehenswürdigkeiten. In meinem Fall zum Beispiel statt dem Ort Stirling auch das Stirling Castle. Toll finde ich auch, dass man mit Ebenen bereits Botschaften oder Einkaufszentren hinzufügen kann. Sie waren für mich allerdings irrelevant.

Ich begann meine Route zu zeichnen – zunächst mit dem falschen Werkzeug und ziemlich verzweifelt. Doch auch hier fand ich die Lösung im Video. Dann fing ich an, Icons zu setzen und die Orte zu bearbeiten. Ich fügte einen kurzen Text ein, setzte externe Links in mein Blog. Fotos zog ich mit Drag & Drop einfach ins Formular – ein Fehler, wie sich später zeigen sollte. Denn kurz, bevor ich fertig war, war meine Karte trotz der weboptimierten Fotos so datendick geworden, dass ich sie nicht mehr speichern konnte. Also musste ich nach Rückfrage beim Support alle Fotos löschen. Stattdessen setzte ich die Links auf die Fotos in meinem Blog. Und seither speichert die Karte meistens ruckzuck.

Schwachstellen der Software

Link-Vorschau
Link-Vorschau

So viele Pluspunkte es gibt, so viele Schwachstellen gibt es auch. Mir gefällt beispielsweise nicht, dass ich nicht sofort sehen kann, ob ich schon einen Link gesetzt habe. Dazu muss ich das entsprechende Wort erst kurz anklicken.

In Safari stürzte mir außerdem mehrfach die Software ab. Dafür kann es viele Gründe geben: der Browser, die Internetverbindung, die Größe der Karten oder die Software selbst. Ärgerlich daran war, dass ich die Software in diesem Fall immer beenden musste, und die gerade gemachte Arbeit weg war. Das Problem trat mit Firefox seltener auf, und nachdem ich die Fotos durch Links ersetzt hatte, gar nicht mehr. Davon abgesehen soll Datenmenge im neuen Kartentyp Focus Map kein Problem mehr sein. Dann, so Magdalena Muhr, kann man unbegrenzt Links, Bilder oder Videos einbauen.

Fertig. Und dann?

Fehlermeldung
Fehlermeldung

Ist die Karte fertig, muss sie generiert werden. Das kann ein bisschen dauern. Soll sie interaktiv sein, ist es sinnvoll, sie fürs Web zu erstellen. Daraufhin bekommt man unter „Ausgabe“ beispielsweise einen iFrame-Code. Den setzt man in seinen Webartikel ein, wie ich das oben gemacht habe. Und hat somit den klickbaren Inhalt auf der Seite. Doof ist nur, wenn dieser letzte Schritt nicht klappt. Die ganze Arbeit umsonst? Maps4News hat mir auch hier an meinem letzten Arbeitstag an der Karte geholfen. Ich hatte dieses Mal eine Fehlermeldung bekommen, weil es ein Update beim Kartenprovider gegeben hatte. Auf diese Lösung kommt man natürlich als Nutzer eher nicht.

Warum eigentlich Maps4News?

In meinem Blog benutze ich schon ziemlich lange das Plugin Nomad Map. Damit kann man auch Karten generieren, allerdings nicht so detailliert wie bei Maps4News. Eine Alternative wäre sicherlich, eine Karte mit Google Maps zu erstellen. „Aber“, so Magdalena Muhr: „Wir heben uns mit unserem Personalisierungsservice von Google ab. Wenn gewünscht, implementieren wir vorab für Verlage, Redaktionsteams aber auch Privatpersonen ihr Corporate Design, sodass jede Schriftart und -größe oder Farben sowie Symbole oder Textboxen bereits im System sind.“ Außerdem betont auch sie die mögliche Unterstützung durch das Support Team. Das Ganze hat natürlich auch seinen Preis. Für den einzelnen Freiberufler oder Blogger werden sich die Kosten kaum lohnen, für eine Redaktion sieht das schon anders aus: „Es ist schwierig einen Pauschalpreis zu nennen, weil sich der Preis auch an das Nutzungsverhalten, die Anzahl der User und die Auflage der Zeitung anpasst“, sagt Magdalena Muhr. „Pi mal Daumen kann man pro 10.000 Auflage mit 1.000 Euro pro Jahr rechnen.“

Mich interessiert bei externen Dienstleistern außerdem immer, was eigentlich passiert, wenn das Angebot schließen muss. Die Liste der Plattformen, auf denen ich Inhalte erstellt habe, und die gelöscht wurden, nachdem der Dienst eingestellt wurde, ist lang. Magdalena Muhr sagt dazu: „Sollten wir unseren Dienst wirklich einstellen müssen, sind alle Karten, die heruntergeladen wurden, natürlich nach wir vor nutzbar.“

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3 Kommentare zu “Selbsttest: Interaktive Karten mit Maps4News

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