Storyteller für den DAU, 2: Die Software benutzen

Bettina Blaß

Von 

Selbstständige Journalistin mit dem Fokus auf Verbraucher- und Internetthemen, Buchautorin, Dozentin. Mehr Infos: Wirtschaft verstehen!, Facebook, @kuechenzurufGoogle+

Screenshot Storyteller
Screenshot Storyteller

Storyteller ist eine Software, die Katharina Brunner programmiert hat, um das multimediale Erzählen zu erleichtern. Die Software ist kostenlos, man muss sie allerdings auf dem eigenen Serverplatz installieren. Storyteller kombiniert Text, Bild und Video – und noch einiges mehr, wenn man experimentell genug ist.

Zunächst bin ich etwas enttäuscht, als ich mich erstmals mit Storyteller auseinandersetze: Das erste Ergebnis sieht aus, als ob man Power Point Folien hintereinander hängen würde. Das kann es ja wohl nicht sein. Also beginne ich, damit zu spielen. Dies ist eine kurze Anleitung, was mit der Software möglich ist, um weitere Ideen in den Kommentaren wird ausdrücklich gebeten:

  • Die erste Folie – Slide – legt man über die linke Navigation an. Sie bekommt eine Überschrift. Dann legt man eine Kategorie an, der man alle Folien zuordnet, die in der Geschichte eine Rolle spielen. Die Folien werden in der Reihenfolge des Erstellungsdatum angezeigt: 03.12.2014 steht also vor 04.12.2014. Und 16:58 vor 17:01.
  • Natürlich kann man auf dem schwarzen Hintergrund einfach ein bisschen Text schreiben. Das ist aber nicht der Sinn der Sache. Vielmehr lässt sich das Schwarz durch ein monitorfüllendes Bild ersetzen, wenn man es rechts als „Beitragsbild“ festlegt. Da die Schrift weiß ist, sollte das Bild nicht zu hell sein. Je unruhiger der Hintergrund ist, desto schwieriger lässt sich die Schrift außerdem lesen: Weniger ist also mehr. ich habe bisher keine Funktion gefunden, die Hintergrund- beziehungsweise die Schriftfarbe zu ändern.
  • Wer mehr als nur einige Zeilen schreibt, erzielt den Effekt, dass der Text beim Scrollen über das Bild zu fließen scheint.
  • Der Text läuft von Bildschirmrand zu Bildschirmrand, außer man formatiert ihn. Der Befehl „Center“ beispielsweise rückt ihn rechts und links ein und macht ihn so lesbarer.
  • Auf dem Hintergrundbild kann man weitere Fotos platzieren. Das kann sehr bunt aussehen. Darum ist es vielleicht besser, mehrere kleinformatige Bilder auf einem schwarzen Hintergrund anzuordnen. Dies erreicht man beispielsweise dadurch, dass man die Bilder markiert und mit dem Befehl „top left“ untereinander am linken Rand darstellt. Der Text läuft dann rechts davon.
  • Ein Video von YouTube lässt sich sehr einfach einbetten: Nur den Link einfügen, dann läuft es großformatig in der Geschichte ab.
Tweet eingebettet
Tweet eingebettet

So weit, so gut. Das schien mir aber nicht überzeugend und ausreichend, also habe ich angefangen zu experimentieren. Wie ist es beispielsweise, wenn ich Codeschnipsel aus anderen Anwendungen einbette? Ergebnis: ein Jamsnap lässt sich problemlos einbetten, ebenso ein Tweet. Instagram tut es bei mir leider nicht. Trotzdem: Das ist doch schon etwas mehr.

Bildergalerie mit Aesop
Bildergalerie mit Aesop

Dann kommt mir die Idee, Storyteller mit Aesop Story Engine zu kombinieren. Damit lassen sich Bilder ein bisschen netter und mit Autorenzeile darstellen. Außerdem kann ich so ganz hübsche Bildergalerien erstellen und auf die Folie bringen. Sehr viel mehr konnte ich bisher allerdings nicht ausprobieren. Ob man also beispielsweise die Kapitel anlegen kann, weiß ich nicht. Allerdings läuft Aesop selbst auch nicht ganz fehler- und frustfrei. Dementsprechend kann es auch einfach an diesem Plugin liegen, wenn es nicht so wird, wie man sich das vorstellt.

Fazit: Grundsätzlich ist Storyteller ganz nett. Ich finde aber, es ist ein steifes Konstrukt. Beispielsweise läuft es strikt linear nach rechts oder links. Ich kann Module also nur hintereinander setzen, was eine gewisse Linearität erzeugt, die wir eigentlich gar nicht unbedingt wollen im Onlinejournalismus. Ich mag auch nicht, dass ich Videos nicht kleiner einbetten kann, sondern sie immer groß laufen. Und den Sinn der Befehle „top left“, „top right“ oder „centerd right“ findet man nur dadurch heraus, das man experimentiert. Das aber ist ja eigentlich nicht schlimm, sondern notwendig, um den Onlinejournalismus weiterentwickeln zu können. Aber: Es ist ein bisschen unbequem und zeitintensiv. Wer sich jedoch mit längeren Online-Geschichten beschäftigen möchte, und nicht gleich für Pageflow zahlen will, sollte ruhig einmal einen Blick in Storyteller werfen.

Zum Storyteller Brügge & Gent

Zum Storyteller „Brauchen Blogger journalistische Kompetenz?

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