Existenzgründung

Bettina Blaß

Von 

Selbstständige Journalistin mit dem Fokus auf Verbraucher- und Internetthemen, Buchautorin, Dozentin. Mehr Infos: Wirtschaft verstehen!, Facebook, @kuechenzurufGoogle+

Selbstständigkeit richtig planen – eine Übersicht

„Ich mache mich selbstständig“ – das ist schnell gesagt, aber nicht so einfach getan. Wer den Schritt wagt, muss sich mit so unschönen Themen wie Versicherungen oder Steuern auseinandersetzen. Und bevor sich mit der Selbstständigkeit Geld verdienen lässt, müssen Sie investieren.

Jedes Unternehmen braucht beispielsweise eine Mindestausstattung, im Journalismus besteht sie aus einem leistungsfähigen Computer mit schnellem Internetzugang und einer professionell gestalteten Homepage mit passender E-Mail-Adresse. Ein Smartphone bringt viele Vorteile, speziell, wenn man häufig unterwegs ist. nach oben sind der Ausstattung keine Grenzen gesetzt. Aber: Man muss nicht alles auf einmal haben.

Krankenversicherung und Altersvorsorge

Doch damit ist es nicht getan: Als Selbstständiger sind Sie beispielsweise nicht mehr automatisch kranken-, renten- oder unfallversichert. Das heißt, Sie müssen selbst vorsorgen. Als selbstständiger Journalist können Sie sich über die Künstlersozialkasse kranken- und pflegeversichern. Gleichzeitig zahlen Sie in die gesetzliche Rentenversicherung ein, so dass Sie im Alter nicht ganz mittellos dastehen werden. Allerdings wird die Höhe der Rente vermutlich nicht zum Leben reichen. Als KSK-Versicherter kann man aber beispielsweise eine Riester-Rente abschließen.

Besonders wenn Sie beruflich viel unterwegs sind, sollten Sie sich über die Berufsgenossenschaft gegen Arbeits- und Wegeunfälle versichern. Vorteil: Wenn Ihnen auf dem Weg zu einem Kunden ein Unfall passiert, zahlt die Versicherung zum Beispiel für den Krankenhausaufenthalt und gegebenenfalls für die anschließende Physiotherapie. Zusätzlich können Sie als Mitglied an den Weiterbildungsseminaren teilnehmen. Die Berufsgenossenschaft hat Zeit- und Stressmanagementseminare im Angebot und vieles mehr. Sie sollten auch eine Krankentagegeldversicherung abschließen. Denn wenn Sie krank sind, haben Sie einen Totalausfall. Wer ohne diese Versicherung vier oder fünf Wochen oder länger arbeitsunfähig ist, muss hohe Rücklagen haben.

Sich und die Familie absichern

Mit einer Risikolebensversicherung sichern Sie Ihre Familie gegen Kreditrückzahlungen beispielsweise nach einem Immobilienkauf ab. Denn die Police zahlt im Todesfall die Versicherungssumme an die Hinterbliebenen oder den Kreditgeber. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist auch wichtig – wenn auch teuer. Denn sollten Sie eines Tages nicht mehr in Ihrem Beruf arbeiten können, stehen Sie ohne Einkommen da. Bevor Sie eine solche Versicherung abschließen, sollten Sie sich jedoch gut beraten lassen – am besten von einem unabhängigen Versicherungsmakler.

Versicherungen für den Betrieb

Auch als Journalist kann man haftbar werden. Beispiel: Man ist zum Interview bei einem Gesprächspartner, stolpert über die Türschwelle und wirft dabei eine kostbare Vase um. Die Privathaftpflicht zahlt dann nicht. Wohl aber die Betriebshaftpflicht. Sie kann mit einer Privathaftpflicht gekoppelt werden. Eine Vermögensschadenhaftpflicht ist sinnvoll, wenn man als Externer die Chefredaktion für ein Magazin macht. Denn es kann passieren, dass der Journalist krankheitsbedingt ausfällt, das Magazin nicht rechtzeitig erscheinen kann und Abonnenten abspringen. Das kann teuer werden.

Eine Geräteversicherung lohnt sich nur dann, wenn man eine teure technische Ausstattung hat. Aber: Die Versicherungen, die man beim Kauf der Geräte häufig angeboten bekommt, sind oft nicht sinnvoll. Achtung! Wer zuhause arbeitet, kann die Geräte nicht mehr über die Hausratversicherung schützen. Es gibt aber spezielle Versicherungen fürs Büro. Helge Kühl ist für freie Journalisten ein sehr guter Ansprechpartner und Kooperationspartner des DJV.

Mehr Informationen zum Thema Absicherung für Journalisten.

Finanzamt und Steuern

Eine einfache Einnahme-Überschuss-Rechnung bekommt der freie Journalist noch alleine mit einer guten Steuersoftware am Computer im Büro hin. Auch die Umsatzsteuer ist kein Hexenwerk. Wer es sich alleine nicht zutraut, sollte einen Steuerberater um Hilfe bitten.

Autorin: Bettina Blaß