10 Sofort-Maßnahmen, wenn es als freier Journalist gut läuft

Timo Stoppacher

Von 

Freier Journalist mit Schwerpunkt Technik, Sachbuchautor und Dozent. Nerd, Geek und vieles mehr. Homepage: www.timo-stoppacher.de Weitere Profile von mir: @CGNTimo, Facebook und Google+. E-Mail timo@stoppacher.de

Warum Sofort-Maßnahmen, wenn es doch gerade richtig gut läuft? Ganz einfach: Es klingt besser – und wenn wir getitelt hätten „Dinge, die man tun kann, damit es weiter gut läuft“ oder ähnlich, hätte es wahrscheinlich kaum jemand gelesen. Dabei sollte jedem klar sein: Bei Freiberuflern kann die Auftragslage von Volllast binnen kürzester Zeit auf Null zurück gehen. Es reicht schon, wenn der Hauptauftraggeber einen Titel neu strukturiert oder sogar einstellt. Oder der Redakteur, mit dem man immer gut zusammen gearbeitet hat, nicht mehr zuständig ist. Läuft es mit dem Nachfolger nicht mehr so gut, kann es zur Auftragsflaute kommen.

Unsere zehn Maßnahmen

  1. Die Absicherung prüfen: Wie hoch wird das Jahreseinkommen wohl sein? Wer über die KSK versichert ist, sollte den Beitrag an die aktuellen Werte anpassen. Klar zahlt man dann eventuell mehr. Doch zum einen erhöht das die spätere Rente, zum anderen erhöht sich das Krankengeld im Falle eines Falles.
  2. Sparen: Schon Oma sagte „Spare in der Zeit, dann hast Du in der Not!“. Ein höheres Einkommen ist zwar angenehm, weil man dann vielleicht nicht mehr jeden Euro zwei Mal umdrehen muss, doch es können auch wieder härtere Zeiten anbrechen. Man darf auch nicht vergessen, dass man mehr Steuern zahlen muss, wenn man ein höheres Einkommen hat. Ein stark vereinfachtes Beispiel: Wer bisher 30 Prozent Einkommensteuer gezahlt hat und nun im Jahr 5.000 Euro mehr Gewinn hat, zahlt dann insgesamt ein paar Prozent mehr Steuern. Mehr dazu auch in unserem Artikel Sparen für die Steuer.
  3. Investieren: Wenn die Rücklagen wieder gefüllt sind, kann die Ausstattung für den Alltag geprüft werden: Ist der PC noch zeitgemäß? Dinge, die die Arbeit angenehmer machen, können die Motivation steigern und vielleicht auch die Produktivität erhöhen. Und das meiste lässt sich sowieso von der Steuer absetzen. Also lieber das Geld ausgeben, bevor der Staat es kassiert.
  4. Richtig viel zu tun? Super - trotzdem sollte man regelmäßig prüfen, ob es "richtig" läuft.
    Richtig viel zu tun? Super – trotzdem sollte man regelmäßig prüfen, ob es „richtig“ läuft.
  5. Die Auftragslage langfristig stärken: Im Marketing sagt man, dass es immer einfacher ist, bestehende Kunden zu halten, als neue zu gewinnen. Deshalb sollte man prüfen, ob es möglich ist, bei einzelnen Auftraggebern mehr Aufträge zu generieren. Doch bei welchen lohnt sich das? Hier gibt die nächste Maßnahme Hilfestellung.
  6. Nervige Kunden aussortieren: Es gibt Kunden, die man irgendwie mitschleift, weil man sich grundsätzlich fürchtet, Kunden zu verlieren. Doch manchmal geht es nicht mehr. Sei es weil das gezahlte Honorar sehr niedrig und nicht verhandelbar ist oder weil der Kunde schwierig ist und die Zusammenarbeit einfach nicht so gut klappt wie mit den anderen. Um festzustellen, ob das geht, sollte man sich seine Kunden in Kategorien einteilen: A, B und C. A-Kunden bringen gute Umsätze und interessante Arbeit. Die Beziehung zu diesen Kunden sollte in jedem Fall gestärkt werden. B-Kunden bringen gute Umsätze oder interessante Arbeit. Die Beziehung zu diesen Kunden sollte aufrecht erhalten werden und auch der Versuch, sie zu stärken kann nicht schaden. C-Kunden bringen wenig Umsatz, sind anstrengend, zahlen erst nach der dritten Aufforderung … Glücklich derjenige, der solche Kunden nicht hat. Die Beziehung zu diesen Kunden sollte aufgegeben werden. Wenn sich der Kunde das nächste Mal meldet, hat man leider keine Zeit für seinen Auftrag. Es ist legitim, dem Kunden zu vermitteln, dass man mit der Bezahlung nicht zufrieden war.
  7. Kunden regelmäßig analysieren: Vielleicht kommt der C-Kunde irgendwann mal mit einem besseren Auftrag oder der Ansprechpartner wechselt und die Zusammenarbeit verbessert sich spürbar. Die Kunden sollten regelmäßig – mit Hilfe der Umsatzzahlen – so kategorisiert werden.
  8. Niemals alle Eier in einen Korb legen: Diese Börsenweisheit gilt auch für Freiberufler. Man sollte sich nie von einem Auftraggeber abhängig machen. Es ist natürlich verlockend, seine ganze Zeit einzig und allein dem A+++-Kunden zu widmen, aber wie oft sind selbst große Titel in den letzten Jahren von heute auf morgen eingestellt worden? Genau, sehr oft.
  9. Die eigene Unternehmensstrategie prüfen: Sich mal ganz selbstkritisch fragen, ob das Produkt bzw. die Dienstleistung, die man anbietet, eine Zukunft hat. Oder man das, was man bisher macht, einfach so weiter machen möchte. Und Alternativen überlegen.
  10. Das Netzwerk pflegen: Wer alle alten Kontakte anruft, weil er gerade aktuell auf Akquise ist und sich sonst nie gemeldet hat, stößt vielleicht nicht auf Gegenliebe. Aber wenn man sich trotz viel Arbeit die Zeit nimmt, sein Netzwerk zu pflegen, wird es stabiler und mittelfristig kommen auch Aufträge über das Netzwerk, ohne dass man extra akquirieren muss.
  11. Entspannen. Hä? Ja klar. Wer viel arbeitet, muss auch ab und zu mal einen Gang zurück schalten. Nicht mehr jeden Abend am Rechner sitzen, bis die Augen tränen und das soziale Umfeld vernachlässigen. Einfach mal entspannen und das Leben genießen.

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