Besser Online-Nachklapp Teil 2: …früher war mehr Twitter

Timo Stoppacher

Von 

Freier Journalist mit Schwerpunkt Technik, Sachbuchautor und Dozent. Nerd, Geek und vieles mehr. Homepage: www.timo-stoppacher.de Weitere Profile von mir: @CGNTimo, Facebook und Google+. E-Mail timo@stoppacher.de

Mit ein paar Tagen Abstand notiere ich heute meine Gedanken zu Besser Online. Dabei will ich gar nicht die Inhalte der einzelnen Panels wiedergeben, das haben andere schon getan.
Ich empfehle:

Meine Zusammenfassung Teil 2 geht – ebenso wie der erste Teil – mehr in das große Ganze.

Letzten Samstag in Mainz trafen sich also zu dieser DJV-Veranstaltung die an online interessierten Journalisten, denn Online-Journalisten waren die meisten Kollegen nicht. Das wurde in vielerlei Hinsicht deutlich:
Gefühlt saßen auf den Podien Online-Profis und im Publikum zu großen Teilen die wenigen Journalisten, die verstanden haben, dass man an online nicht vorbei kommt, die aber immer noch in der „alten Welt“ feststecken. Von einem Treffen der Online-Journalisten kann eigentlich keine Rede sein. Stattdessen ließen sich die Print-Leute das #neuland erklären. Sie blickten ungläubig, wenn sie hören, dass man im Internet ohne Verlag Geld verdienen kann usw. Es wird mit Online gefremdelt.

Auch getwittert wurde kaum. Zwar ist die Anzahl der Tweets jetzt nicht so aussagekräftig, aber ich war schon auf Veranstaltungen mit 50 Teilnehmern, die in der gleichen Zeit zehn Mal so viele Tweets produziert haben.

Eigentlich braucht einen das auch nicht zu wundern. Seit Jahren wird gejammert, dass durch die Kostenlos-Kultur des Internets den Verlagen die Einnahmen wegbrechen. Wie soll man gestandener Journalist denn da dem „Feind“-Medium positiv gegenüber eingestellt sein? Unsere ganze Branche bräuchte ein ganzheitliches Change-Management.

Oder vielleicht sollte sich jeder einzelne an „Des Kaisers neue Kleider“ erinnern. Im Märchen geht es darum, dass man nicht alles nachplappern soll, nur um zu gefallen. Konkret: Online ist nicht schlecht, wie es oft behauptet wird. Im Gegenteil: Online ist Freiheit. Und Selbstverantwortung. Genau das zeigten die meisten Podiumsteilnehmer: Nicht abwarten, sondern machen. Auch wenn es bedeutet, online „nur“ das Geld für ein neues Printprojekt einzusammeln.

Insofern ist Besser Online keine Fachtagung für Online-Journalisten. Die echten Online-Journalisten brauchen vermutlich auch keine eigene Fachtagung, die lesen gegenseitig in ihren Blogs und tauschen sich online aus.
Für die Journalisten, die die Zeichen der Zeit erkannt haben, ist Besser Online dagegen richtig und wichtig.

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