Freie Journalisten: 5 Tipps für eine erfolgreiche Kontaktaufnahme

Bettina Blaß

Von 

Selbstständige Journalistin mit dem Fokus auf Verbraucher- und Internetthemen, Buchautorin, Dozentin. Mehr Infos: Wirtschaft verstehen!, Facebook, @kuechenzurufGoogle+

Timo und ich freuen uns immer, wenn wir für Fit für Journalismus Post bekommen. Mal sind es mehr oder wenige seriöse Firmen, die uns Geld für ein Banner oder einen Link bezahlen wollen, mal sind es Verlage, die sich über eine Buchrezension freuen würden, oft sind es Leser, die eine Frage haben. Und manchmal Kollegen, die für uns schreiben wollen.

Das ist grundsätzlich schön, denn wir wissen, dass nicht jeder den langen Atem und die Zeit hat, ein Blog über lange Zeit zu hegen und zu pflegen, so dass es im Meer der Informationen im Internet eine Sichtbarkeit erreicht. Wir geben darum gerne Kollegen die Möglichkeit, ihre Gedanken und Thesen zum Journalismus als Gastbeitrag bei uns zu veröffentlichen. Allerdings möchten wir natürlich schon wissen, ob der Mensch hinter einer Mailadresse kompetent ist, ob er genügend Erfahrung in seinem Thema hat – und ob er schreiben kann. Artikel, die nicht unseren Qualitätsanforderungen entsprechen, und in denen viele Rechtschreib- und Grammatikfehler sind, lehnen wir ab.

Kontaktaufnahme: Butter bei die Fische!

Manchmal scheitert die Kooperation aber schon bevor wir überhaupt einen Artikel lesen konnten. Das war neulich wieder der Fall, als uns eine Frau aus Köln schrieb. Autorin sei sie – aber ob sie Bücher, Kurzgeschichten, wissenschaftliche Artikel oder eher Blogtexte schreibt, hat sie uns nicht verraten. Eine kurze Recherche in einer Suchmaschine ergab keinen Treffer. Unter dem Namen, mit dem sie die Mail unterschrieben hatte, hat sie also offensichtlich noch nicht viel veröffentlicht.

In der Mail war außerdem ein Link zu ihrem Twitter- und ihrem Instagram-Profil, beide waren komplett leer – und sind es auch heute noch. Ich schrieb ihr zurück, dass ich nichts über sie im Netz finde und die Profile in den sozialen Medien nicht aussagekräftig genug sind. Ich bat sie, uns zu verraten, was sie denn eigentlich macht, und worüber sie gerne bei uns schreiben würde. Und ich fragte sie nach einem Link oder einem Dokument, damit wir uns anschauen können, wie sie schreibt. Es kam nichts zurück. Vielleicht auch, weil ich ihr als Antwort auf ihre Frage geschrieben hatte, dass wir Gastbeiträge überhaupt nicht honorieren, weil wir mit Fit für Journalismus nämlich keine Gewinne machen, die wir ausschütten könnten.

Kein Einzelfall

Die Frau aus Köln ist kein Einzelfall. Es ist schon einige Jahre her, dass ich Journalismus-Studenten an der Uni in Mainz versuchte klarzumachen, wie wichtig es ist, in den sozialen Medien aktiv zu sein. Ich erinnere mich an einen jungen Kollegen, der sich gegen Twitter gewehrt hatte – bis er im Vorstellungsgespräch um eine Volontärsstelle bei einer Tageszeitung gefragt worden war, ob er eigentlich kein Twitter-Nutzer sei. Er bekam die Stelle trotzdem. Als Antwort hatte er im Gespräch gesagt, dass er natürlich sofort ein Konto einrichten würde, wenn man das von ihm erwarte. Heute sehe ich manchmal seine Tweets und schmunzle. Eine andere Kollegin twitterte neulich, dass sich jemand um eine Stelle in der Onlineredaktion beworben hatte:

Nun ja. Zwischen keinem Konto und einem Influencer gibt es viele Stufen Grau.

Und wie macht man es besser?

Wenn Ihr wisst, dass Ihr bald eine Redaktion ansprechen müsst, weil Ihr ein Volontariat machen wollt oder weil Ihr Euch um eine Stelle bewerbt – oder weil Ihr eben als Freier neue Kunden gewinnen oder einen Gastbeitrag veröffentlichen wollt, dann …

  1. … richtet Euch ein Twitter-Konto ein. Jetzt. Und seid dort täglich aktiv, indem Ihr Follower gewinnt, retweetet, Herzchen vergebt und eigene Tweets schreibt.
  2. … gebt niemals nicht funktionierende Links zu einem Profil in einem sozialen Netzwerk an. Und niemals zu einem Profil, auf dem bisher nichts passiert ist.
  3. … gebt etwas von Euch preis. Geschäfte werden zwischen Menschen gemacht, nicht zwischen Mailformularen und Fake-Namen. Sagt, was Ihr warum machen wollt. Und auch, warum Ihr dazu befähigt seid.
  4. … schickt handfeste Themenideen. Natürlich läuft man immer Gefahr, dass diese auch gestohlen werden. Aber no risk, no fun.
  5. … wenn Ihr keine Lust auf ein eigenes Blog habt, dann nutzt Plattformen. Ihr könntet zum Beispiel Artikel auf LinkedIn schreiben oder die Notizen-Funktion bei Facebook nutzen. Wichtig ist, dass Ihr auf Nachfrage etwas vorzeigen könnt.

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4 Kommentare zu “Freie Journalisten: 5 Tipps für eine erfolgreiche Kontaktaufnahme

  1. Seit dem 07.02.2017 bin ich nebenberuflich als freier Reporter und Journalist (von Blasting News auch „Blaster“ und „Storyteller“ genannt) aktiv und habe derzeit 7 Artikel verfasst.

    Ich arbeite in einer Caritaswerkstatt als Werkstatt für behinderte Menschen und bin dort in den Bereichen Grafikdesign /Weblayout/Produktmarketing/Digitaldruck und Verpackung tätig.

    Am 26.10.2017 wurde ich in den Werkstattrat gewählt und bin dort als Protokollführer tätig.

    Bei Blasting News müssen Artikel eine Mindesttextzeichenlänge von 2000 Zeichen haben, wobei ein Großbuchstabe als 2 Zeichen gilt.

    Linkhinweis zu meinem 2. Artikel :

    https://de.blastingnews.com/politik/2017/03/arbeitsplatzsituation-fur-behinderte-in-behinderenwerkstatten-teil-2-001527569.html

    Linkhinweis zu meinem 7. Artikel :

    https://de.blastingnews.com/meinung/2018/02/freiheit-fur-raif-badawi-und-seinen-anwalt-waleed-abu-al-khair-002391051.html

  2. Ein sehr interessanter Artikel, der einem auf nette Art und Weise den eigenen Spiegel vorhält. Man erkennt sich und die eigenen Fehler als „Freier“ schnell wieder. Für mich ein Grund das Twitter nochmal „ganz neu“ anzugehen. Vielen Dank und weiter so!

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