Live-Blogs: Perfekt vorbereitet

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Freier Journalist mit Schwerpunkt Technik, Sachbuchautor und Dozent. Nerd, Geek und vieles mehr. Homepage: www.timo-stoppacher.de Weitere Profile von mir: @CGNTimo, Facebook und Google+. E-Mail timo@stoppacher.de

Wenn die Technik des Live-Blogs soweit steht (siehe Beitrag von gestern), ist das die halbe Miete. Heute beschäftigen wir uns mit der anderen Hälfte: der Vorbereitung. Denn einfach mal eben so einen Live-Blog starten und hoffen, dass alles klappt, bringt nicht das gewünschte Ergebnis. Denn live ist vor allem schnell. Wenn es spannende Debatten oder Entwicklungen gibt, bleibt zwischendurch oft keine Zeit mehr, schnell noch etwas zu recherchieren. Eine intensive Vorbereitung ist daher wichtig.

Was Ihr im Vorfeld auf Eurem Blog erledigen solltet

Normalerweise entscheidet man sich nicht von heute auf morgen, bei einer Veranstaltung live zu bloggen. Macht also bereits im Vorfeld Werbung auf Eurem Blog und Euren Social-Media-Kanälen. Am besten verwendet Ihr dazu natürlich das (Twitter-)Hashtag der Veranstaltung, damit Noch-Nicht-Leser Eures Blogs auf die Veranstaltung aufmerksam werden.

Was Ihr im Vorfeld generell erledigen solltet

Bild: Tim Reckmann / pixelio.de
Bild: Tim Reckmann / pixelio.de

Wie bei jedem journalistischen Produkt muss man zunächst wissen, um was es überhaupt geht. Also die W-Fragen in Bezug auf das Ereignis stellen und für Euch beantworten. Gerade bei Veranstaltungen auf denen zum Beispiel mehrere Personen diskutieren, habt Ihr eine Namensliste parat. Neben der Funktion und bisherigen Statements sind Links zu Social Media-Profilen der Person interessant, allen voran Twitter. Sammelt auch ein bisschen „Futter“, falls es mal eine Durststrecke wie einen extrem langatmigen Einzelvortrag ohne Erkenntnisgewinn gibt. Dann könnte man Links zu Artikel posten, die das Thema betreffen.

Nicht ganz unwichtig für die Vorbereitung: Eure Technik

Es wäre schön blöd, wenn mitten im Geschehen der Akku des Laptops streikt. Das Netzteil gehört immer ins Gepäck. Gleiches gilt für das Netzteil des Smartphones. In jedem Fall müsst Ihr Euch im Vorfeld informieren, welche Möglichkeiten es gibt, an Ort und Stelle ins Internet zu kommen. WLAN ist selbst bei einigen Medienveranstaltungen manchmal nicht verfügbar. Ein UMTS-Stick oder das Smartphone als WLAN-Router können da überbrücken, das geht aber schnell ins Datenvolumen und damit ins Geld. Ein weiterer Knackpunkt: Das Mobilfunknetz könnte nicht schnell genug sein. Gerade in den Betonbunkern, denen viele Veranstaltungsstätten gleichen, kann das Netz auf 2G zurückfallen. Ohne WLAN wird das Bloggen dann zur Qual, wenn nicht sogar unmöglich.

Wenn Ihr nur für Euch beziehungsweise Euren Blog dann nicht live berichten könnt, ist das ärgerlich. Wenn Ihr aber einen Auftrag habt und den nicht erfüllen könnt, ist es ganz blöd. Wenn Euch der Veranstalter selbst beauftragt hat, gehört der Internetzugang für Euch selbstverständlich in die Liste der Dinge, die besprochen werden müssen.

Perfekt vorbereitet: Live-Blogs besser zu zweit

Wir raten davon ab, einen Live-Blog alleine zu machen. Aus mehreren Gründen:

  • Die Aufmerksamkeit lässt irgendwann nach. Und während man selbst tippt, kann man nur mit reduzierter Aufmerksamkeit zuhören. Und vielleicht muss man dringend aufs Klo, gerade wenn es ganz spannend ist.
  • Eine zweite Person ist weiterhin sinnvoll, um parallel zu prüfen, was andere über die Veranstaltung posten oder twittern. Vielleicht tauchen Fragen auf, die einer von Euch dank der guten Vorbereitung beantworten könnte. Oder Ihr könnt diese Fragen bei einer Diskussion dann stellvertretend stellen.
  • Und eine zweite Person kann zwischendurch Fotos oder Kurzvideos machen, die Ihr in den Live-Blog einbauen oder für andere Dienste wie Snapchat verwenden könnt. Außerdem macht es zu zweit einfach mehr Spaß (geht mir jedenfalls mit Bettina so).

Habt Ihr noch Tipps zur Vorbereitung? Dann freuen wir uns auf Eure Kommentare!

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