Hurra, ich blogge – wie komme ich jetzt an Leser?

Timo Stoppacher

Von 

Freier Journalist mit Schwerpunkt Technik, Sachbuchautor und Dozent. Nerd, Geek und vieles mehr. Homepage: www.timo-stoppacher.de Weitere Profile von mir: @CGNTimo, Facebook und Google+. E-Mail timo@stoppacher.de

Blogs sind ein sinnvolles Kommunikations- und Selbstmarketinginstrument für (freie) Journalisten. Doch viele, die ihre ersten Beiträge geschrieben haben, sind schnell frustriert, wenn die Leser ausbleiben. Dabei gibt es einfache Möglichkeiten, das eigene Blog bekannter zu machen.

Wer bloggt, sollte das nicht mit Scheuklappen machen. Es lohnt ein Blick zur Konkurrenz. Was funktioniert bei anderen, was lockt Leser an? Natürlich sollte das Blog dann nicht nur aus Gewinnspielen bestehen. Eine Vernetzung mit anderen Blogs über Kommentare und Pingbacks kann ebenfalls sinnvoll sein.

Wie viele Leser habe ich?

Und es ist wichtig zu wissen, wie viele Leser ich überhaupt habe. Ein Statistik-Tool ist daher Voraussetzung. Wer mit worpress.com oder anderen Diensten bloggt, hat oft bereits eine Statistik integriert. Im selbst-gehosteten WordPress muss man zunächst ein Plugin nachinstallieren. Die Quick&Dirty-Lösung wäre das Jetpack von WordPress, da gibt es jedoch Bedenken beim Datenschutz. Die bessere Variante, die etwas komplexer ist, wäre die Erfassung mit Google Analytics oder vergleichbaren Tools.

Die Jetpack-Statistik ist nicht datenschutzkonform.
Die Jetpack-Statistik ist nicht datenschutzkonform.

Das Ziel: 1.000 Besucher im Monat

Wer etwas erreichen will, braucht ein Ziel. Für den Anfang legen wir mal die Messlatte auf 1.000 Besucher im Monat (nur zum Vergleich: Fit für Journalismus hat zurzeit ca. 10.000 Besucher im Monat). Diese Zahl ist mehr oder weniger willkürlich, aber ich finde, die ersten 1.000 Besucher/Monat sind die schwersten.

Wie oft und über was bloggen?

Die ideale Frequenz ist vom Thema abhängig. Wenn es zum Thema drei Mal die Woche etwas Neues gibt und man die Zeit hat, darüber zu bloggen, warum nicht? Es soll aber nicht in Stress ausarten, noch einen Blog zu pflegen, wenn der Schreibtisch sowieso überquillt. Für den Anfang ist vielleicht ein Beitrag pro Woche sinnvoll. Der muss auch nicht mehrere Tausend Zeichen lang sein, manchmal reicht eine kurze Meldung (wobei Google längere Beiträge lieber hat). Für eine Anmeldung bei der VG Wort müssen mindestens 1.800 Zeichen geschrieben sein, das scheint eine gute Mindestlänge zu sein.

Die Inhalte sollten einen Bezug zu meinen Schwerpunkten haben, wenn ich den Blog als Selbstmarketing-Instrument nutze. Wenn ich ihn eher privat betreibe, kann ich selbstverständlich bloggen, über was ich will.
Bei beruflichen Blogs kann ich beispielsweise eine Art Meta-Blog über meine Arbeit machen. Ich kann Hintergründe erläutern, andere Aspekte näher beleuchten oder (Recherche-)Reste zweitverwerten.

Sag es allen

Das neue Blog ist online und es wurden bereits ein paar Beiträge veröffentlicht, nun soll jeder von der Existenz des Blogs erfahren.

  • Mail-Signatur: So macht jede E-Mail das Blog ein bisschen bekannter.
  • Homepage: Wenn das Blog nicht in die eigene Homepage integriert ist, gehört ein Link von ihr zum Blog auf Seite. Und umgekehrt auch.
  • Visitenkarten: Wenn sowieso gerade neue Visitenkarten gedruckt werden müssen, warum nicht gleich die Adresse des Blogs mit drauf drucken? Setzt natürlich voraus, dass das Blog ein bisschen länger betrieben wird.
  • Social Media: „Hallo Facebook-Freunde/Twitter-Follower, besucht mal mein neues Blog und sagt mir Eure Meinung.“ Das sollte Standard sein. Daneben kann man sich per Hashtag bei Twitter in laufende Debatten einbringen und in Facebook-Gruppen ebenfalls Werbung machen, so zum Beispiel in „BLOG-Booster & Buch-Promo“.
  • Business-Netzwerke: Dann noch ein Eintrag ins Xing- und Linkedin-Profil und auf allen Plattformen, auf denen man sich sonst noch wohl fühlt.

Bei Blogparaden mitmachen

Blogparaden sind ein weiteres geeignetes Mittel ein Blog bekannt(er) zu machen. Das Prinzip ist einfach: Jemand setzt (mit einem Blogbeitrag) einen Aufruf in die Welt und andere Blogger sollen sich in ihren Blogs mit dem Thema auseinandersetzen. Der Initiator der Blogparade sammelt alle Beiträge und verlinkt sie beispielsweise in einem Abschlussbeitrag. Oder im Ursprungsbeitrag werden die Links zu den Beiträgen ergänzt.
Das bringt zum einen dem Blog des Initiators viele Leser, weil alle Blogs, die teilnehmen, sich auf den ersten Beitrag beziehen. Zum anderen profitieren die anderen Blogs gegenseitig von ihren Reichweiten. Fit für Journalismus hat schon zwei eigene Blogparaden gestartet und wir haben mit unseren anderen Blogs schon an ein paar anderen teilgenommen.

Betteln, betteln, betteln

Es ist nichts verwerfliches, wenn man (Netz-)Bekannte und Freunde um einen Tweet oder andere Empfehlungen fürs Blog bittet. Das hat zwar vielleicht ein bisschen was von Betteln, aber ein belastbares Netzwerk verträgt das.

Grundregel Nummer 1

Der Inhalt des Blogs sollte selbstverständlich qualitativ hochwertig sein. Sonst nützen alle anderen Maßnahmen nichts.

Habt Ihr noch weitere Tipps, wie man ein Blog bekannter machen kann? Dann freuen wir uns auf Euren Kommentar.

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