Serie eBooks. Folge 9: Bewertungen

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Selbstständige Journalistin mit dem Fokus auf Verbraucher- und Internetthemen, Buchautorin, Dozentin. Mehr Infos: Wirtschaft verstehen!, Facebook, @kuechenzurufGoogle+

Ärgerlich: negativer Kommentar bei Amazon
Ärgerlich: negativer Kommentar bei Amazon

5 Sterne fürs eBook bei Amazon? Das wäre ein Traum. Leider muss ich mich viel häufiger über negative Kritiken ärgern. Wie geht man damit am besten um?

Natürlich: nicht alles, was ich schreibe, finden alle Leute gut. Das kennt jeder, der im Internet Texte veröffentlicht und die Kommentarfunktion aktiviert hat. Logisch, dass das auch für eBooks gilt. Das Problem an der Sache: Leser, die meine eBooks nicht mögen, scheinen deutlich häufiger ihren Senf dazu abgeben zu wollen als die, die die eBooks gerne lesen. Letztere schreiben mir bevorzugt Mails oder Facebook-Nachrichten. Darüber freue ich mich sehr, aber leider hilft mir das nicht weiter.

Umso mehr trifft es mich, wenn ich negative Bewertungen meiner eBooks auf Amazon entdecke. Das erste Mal habe ich mich fürchterlich aufgeregt, weil der Kommentator offensichtlich vorm Kauf des eBooks die Beschreibung desselben nicht gelesen hatte, und sich dann beschwerte, dass das eBook nicht seinen Erwartungen entsprach. Ich habe einen sachlichen Antwort-Kommentar zurückgeschrieben, aber nie mehr von dem Rezensenten gehört. Kaum war das eBook negativ bewertet, brachen leider die Verkaufszahlen ein: Mein ehemaliger Bestseller verkaufte sich nicht mehr.

Ich dachte über die Situation nach: Ein schlecht-bewertetes eBook, das sich nicht mehr verkauft, bringt mir kein Geld und schadet zusätzlich dem Renomée. Wenn ich aber keinen Nutzen davon habe, warum sollte ich ein eBook dann weiterhin anbieten? Ich wollte das eBook schon bei Amazon löschen, als plötzlich die Verkaufszahlen wieder stiegen. Das wunderte mich. Ich ging darum auf die Produktseite und stellte fest: Der negative Kommentar war nicht mehr da. Das Gleiche ist mir mit einem zweiten eBook passiert. Meiner Meinung nach war der Kommentator dort ein Spammer. Es dauerte etwa zwei Wochen – und der Kommentar war wieder ohne mein Zutun gelöscht.

Hartnäckiger hält sich ein dritter negativer Kommentar bei einem weiteren eBook. In diesem Fall habe ich den Preis gesenkt, um den Verkauf anzukurbeln. Das geht natürlich nur, wenn man den Verkaufspreis auf allen Plattformen senkt, da auch für eBooks die Buchpreisbindung gilt. In diesem Fall scheint der Mitnahmeeffekt durch den niedrigen Preis die Käufer mehr zu beeindrucken als der negative Kommentar: Seit der Preis gesenkt wurde, verkauft sich das eBook wieder ganz gut.

Natürlich könnte ich auch Freunde und Bekannte bitten, positive Kommentare zu schreiben, um ein ausgewogenes Bild bei Amazon zu erreichen. Das möchte ich aber nicht. Ich weiß, welcher Schmu mit Bewertungsplattformen und –systemen getrieben wird, und ich möchte mich an dieser Verschlechterung des Internet nicht aktiv beteiligen.

Fazit: Wir leben zum Glück in einem Land mit Meinungsfreiheit. Ich lerne noch, negative Kommentare nicht unbedingt persönlich zu nehmen. Und: Nach einem negativen Kommentar bloß nicht in unnötigen Aktionismus verfallen. Unter Umständen regelt sich das Problem dann von alleine.

Schon gesehen? Ich gebe am 11. Februar ein Webinar zum Thema eBooks.

Teil 1 dieser Serie beschäftigt sich mit der Frage, wie man für den Kindle publiziert.
Teil 2 dieser Serie beschreibt, wo man eine Autorenseite bei Amazon einrichtet.
Teil 3 dieser Serie beleuchtet, wie man seine Einnahmen aus eBook-Verkäufen korrekt versteuert.
In Teil 4 dieser Serie geht es um iBooksauthor.
Teil 5 erklärt, wie man eine US-amerikanische Steuernummer bekommt.
In Teil 6 geht es um iTunesConnect
Folge 7: Wie hoch ist eigentlich das Honorar?
Folge 8: iTunes Producer

Wer einen Einblick in meine eBooks bekommen möchte, kann über meine Homepage gehen. Im iTunes Store gibt es neben einer Vorschau auch die Möglichkeit, sich einen Auszug kostenlos schicken zu lassen.

Bei Tumblr habe ich übrigens ein Blog eingerichtet, das kurz und bündig über die Arbeit an den eBooks informiert.

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