Vom Wert der Wertschätzung

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Freier Journalist mit Schwerpunkt Technik, Sachbuchautor und Dozent. Nerd, Geek und vieles mehr. Homepage: www.timo-stoppacher.de Weitere Profile von mir: @CGNTimo, Facebook und Instagram. E-Mail timo@stoppacher.de

Am Anfang meiner Selbstständigkeit hatte ich ein kleines Problem. Ich wusste nicht, wie ich bei meinen Kunden „ankomme“. Meist spielten sich meine Aufträge wie folgt ab: Ich lieferte, was bestellt wurde, bekam es manchmal nach ein paar Tagen mit kleinen Änderungswünschen zurück. Manchmal habe ich aber auch gar nichts von meinen Kunden gehört. Irgendwann habe ich mir dann mal ein Herz gefasst und den Kunden angerufen um nachzufragen, ob er zufrieden war. War er, die Pressemitteilung, die ich geschrieben hatte, war längst verschickt.

Warum Feedback wichtig ist

In mehrfacher Hinsicht hätte mir ein schnelleres Feedback des Kunden geholfen:

  • Es hätte mir den Wert meiner Arbeit für mich bestätigt und ich hätte nicht tagelang so ein diffuses Gefühl gehabt, dass der Text vielleicht vollkommen daneben gewesen sei.
  • Ich hätte das Projekt abhaken und die Unterlagen archivieren können.
  • Und nicht ganz unwichtig: Ich hätte die Rechnung schreiben können.

Das alles hat mir gefehlt. Beim nächsten Projekt mit demselben Kunden ging das Spiel von vorne los. Irgendwann habe ich ihn dann angerufen und ihn höflich gebeten, mir doch auch eine kurze Mail zu schicken, wenn alles ok ist, aus eben den oben genannten Gründen. Das war für ihn kein Problem, macht er mittlerweile dennoch nicht mehr, aber nach ein paar Jahren Zusammenarbeit weiß ich für mich: Wenn er sich nicht meldet, ist alles in Ordnung.

Feedback ist auch Wertschätzung

Wie gesagt, für mich war es am Anfang ein Problem, kein Feedback zu bekommen. Da bin ich wohl zu sehr Generation Y. Es ist nicht so, dass ich vorher ständig Rückmeldungen bekommen hätte, aber die Zusammenarbeit mit meinem Chef, als ich noch angestellt war, war grundsätzlich wesentlich enger.
Für mich ist Feedback wichtig, es zeigt mir die Wertschätzung meines Auftraggebers. Es zeigt, dass ich für ihn nicht nur irgendjemand bin, der zufällig Texte für ihn schreibt und austauschbar ist, sondern dass er mich bewusst beauftragt, weil ihm meine Arbeit gefällt. Und das ist ziemlich gut fürs Ego. Wenn das nicht so vom Kunden kommt, helfe ich mir mit kleinen Tricks:

Arbeiten mit psychologischen Tricks

Mein psychologischer Trick Nummer 1: Wenn ich nach einer Woche Karenz gar nichts zu einem Auftrag gehört habe, ruf ich meine Auftraggeber unter einem fadenscheinigen Vorwand an, komme zufällig auf den Auftrag zu sprechen und frage nochmal ganz nebenbei, ob auch alles in Ordnung gewesen sei. Ist es. Immer.

Mein psychologischer Trick Nummer 2: Ich habe mir bewusst gemacht, dass Kunden, die mich mehr als einmal beauftragen, wohl zufrieden gewesen sein müssen. Denn schließlich gibt es am Markt mehr als einen Menschen, der ein paar Sätze zu einem Bericht oder einer Pressemitteilung zusammenfügen kann. Es gibt sogar richtig viele Menschen, die das können. Und trotzdem kommt der Kunde wieder zu mir. Diese Erkenntnis hat mir dann irgendwann als Feedback gereicht.

 

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