Arbeiten mit der Stechuhr: Verdient Ihr eigentlich genug?

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Selbstständige Journalistin mit dem Fokus auf Verbraucher- und Internetthemen, Buchautorin, Dozentin. Mehr Infos: Wirtschaft verstehen!, Facebook, @kuechenzurufGoogle+

Screenshot: Stechuhr
Screenshot: Stechuhr

Ist 220 Euro für einen Artikel eigentlich viel Geld? Kommt drauf an, ist die klassische Antwort: Wie lang soll der Artikel werden? Wie viel Zeit werde ich dafür benötigen? Wenn einer meiner Langzeitkunden einen Artikel für 220 Euro von mir möchte, weiß ich, dass es maximal 120 Zeilen sein sollen, pro Zeile sind es etwa 30 bis 35 Zeichen. Lege ich einen Stundensatz von 75 Euro an, darf ich also bei 220 Euro für den Text keine drei Stunden brauchen. Aus Erfahrung weiß ich, ich schreibe etwa eine Stunde an einem solchen Text, die Recherche dauert mit zwei Telefongesprächen und Suche im Internet weniger als zwei Stunden: Fazit: ich arbeite im grünen Bereich.

Mit der digitalen Stechuhr arbeiten

Schwieriger wird es, wenn nach Zeit abgerechnet wird. Zwei meiner festen Kunden rechnen nach Stunden ab, die Stundensätze sind unterschiedlich. Ab und zu kommt ein dritter Kunde dazu, der mich nach Stunden bezahlt. Natürlich kann ich dazu lange Listen führen, das habe ich tatsächlich etliche Jahre gemacht. Doch irgendwann habe ich fast mehr Zeit damit zugebracht, Listen zu führen, als zu arbeiten. Also dachte ich, das müsse auch anders gehen.

Im Internet fand ich die App TimeTrack (für iOS-Geräte und Android). Sie kann sehr viel, aber es war schnell klar, dass ich die kostenpflichtige Version brauchen würde. Ich habe mich nach etwa zwei Monaten trotzdem gegen die App entschieden, weil mein Handy ständig am Ladekabel hängen musste. Eine Alternative dazu könnte beispielsweise Confy sein, eine relativ neue App, die sich auf YouTube selbst vorstellt.

Ich suchte nach einer Desktop-Variante und fand JobTimer. Das ist keine schöne Software, aber sie ist ausgesprochen sinnvoll: Ich kann meine verschiedenen Kunden anlegen, auch mit verschiedenen Projekten. Das ist deswegen praktisch, weil ich für einen Kunden Aufträge übernehme, die mit 7 Prozent Mehrwertsteuer belegt sind, aber auch andere, die mit 19 Prozent besteuert werden. Das lässt sich so ganz wunderbar auseinander halten. Gleichzeitig gibt es eine Deckelung für diesen Kunden: Nähert sich meine virtuelle Stechuhr dem Oberbetrag, den der Kunde im Monat für mich ausgeben möchte, weiß ich, dass ich mein Engagement zurückfahren muss. Am Ende des Monats kann ich die Tabellen als PDF-Datei exportieren und meinem Kunden zusätzlich zur Abrechnung zukommen lassen. Fast perfekt, denn einen Haken gibt es trotzdem: Bin ich für meinen Kunden auf einem Auswärtstermin, kann ich am Computer schlecht die Stechuhr laufen lassen. Heißt: In diesen Fällen greife ich eben doch auf handschriftliche Notizen zurück, die ich am Monatsende mit einrechne. Die Software für Macs kostet knapp 15 Euro.

Software für Windows

Da ich keine Windows-Geräte benutze, kann ich entsprechende Software auch nicht beurteilen. Meine Google-Suche nach Begriffen „Zeiterfassung für Windows“ oder „Stechuhr für Windows“ hat ziemlich viele Ergebnisse gebracht. Dabei waren Sofwarevarianten als Werbung geschaltet, die rund 80 oder auch rund 300 Euro kosten. Ich bin sicher, das geht auch günstiger. Hat von den Lesern hier jemand Erfahrungen mit entsprechender Windows- und Android-Software?

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