Datenbankeintrag: Post von Abzockern

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Selbstständige Journalistin mit dem Fokus auf Verbraucher- und Internetthemen, Buchautorin, Dozentin. Mehr Infos: Wirtschaft verstehen!, Facebook, @kuechenzurufGoogle+

Ich weiß nicht, wie viele Briefe und E-Mails ich in den vergangenen Monaten von der Gewerbeauskunft-Zentrale aus Düsseldorf bekommen habe. Es dürften einige Dutzend gewesen sein. Sie kommen recht offiziell daher, auf grauem Papier oben mit einem Barcode, unten steht fett, dass die Rückantwort gebührenfrei ist – aber nur bis zu einem bestimmten Datum. Es wird Druck aufgebaut.

Schließlich gibt es doch ein Gewerbeamt oder so ähnlich, mag denken, wer erstmalig diese Post bekommt. Richtig, ein Gewerbeamt gibt es. Aber als freier Journalist hat man eben kein Gewerbe, sondern ist, wie es der Name schon sagt, Freiberufler. Alleine deswegen könnte man diesen Brief direkt zerreißen und wegschmeißen. Ganz abgesehen davon: Das Gewerbeamt wird keine Selbstständigen in eine Datenbank eintragen wollen.

Ein Fall für Ablage P

Post von der Gewerbeauskunft-Zentrale
Post von der Gewerbeauskunft-Zentrale

Und schon gar nicht kostenpflichtig. Denn wer den kleingedruckten Text rechts liest, findet im zweiten Absatz den Hinweis, dass der „Marketingbeitrag“ für die Eintragung 569,06 Euro kosten soll – inklusive Umsatzsteuer. Zwei Absätze tiefer kommt dann noch der Hinweis, dass man mit Unterschrift direkt einen Zwei-Jahres-Vertrag abschließt. Was man als Freiberufler davon hat? Nichts! Außer einem Loch im Geldbeutel und viel Ärger.

Abgesehen davon, dass diese Vorgehensweise nicht seriös ist, spielt die Datenbank so gut wie keine Rolle, wenn es darum geht, von neuen Kunden gefunden zu werden. Die schauen nämlich beispielsweise eher in die Datenbank des DJV. Oder gehen über Suchmaschinen. Und die Ergebnisse, die dort ausgeworfen werden, könnt Ihr selbst beeinflussen – beispielsweise, in dem Ihr viel im Netz publiziert.

Darum, liebe Kollegen, falls Ihr Euch gerade selbstständig macht oder das demnächst angehen wollt: Schickt diese und ähnliche Formulare nicht einfach unterschrieben zurück, nur weil sie offiziell aussehen. Lest stattdessen im Internet nach – beispielsweise hier. Ich habe den ersten Brief übrigens bekommen, nachdem genau dieser Artikel veröffentlicht war. Ich bin allerdings sehr gut darin, diese Art von Post zu ignorieren.

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