Live-Blogs: So könnt Ihr in Echtzeit berichten

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Selbstständige Journalistin mit dem Fokus auf Verbraucher- und Internetthemen, Buchautorin, Dozentin. Mehr Infos: Wirtschaft verstehen!, Facebook, @kuechenzurufGoogle+

Eine Konferenz, eine Bürgerversammlung, ein Konzert – es gibt viele Anlässe für Journalisten, live zu berichten. Früher war das in der Regel nur mit einem großen Übertragungswagen möglich. Heute geht über das Internet vieles sehr einfach und günstig. Eine Übersicht möglicher Werkzeuge.

Natürlich ist es zunächst eine Frage der Zielgruppe: Den Kanal, den meine Zielgruppe nutzt, sollte auch ich nutzen, wenn ich live berichte. Twitter beispielsweise wird zumindest dann ein geeigneter Kanal sein, wenn ich viele Medienschaffende erreichen möchte. Wer also live von Konferenzen wie Besser Online oder der Republica in Bild und Wort berichten will, ist bei Twitter gut aufgehoben. Dort wird optimalerweise vom Veranstalter ein Hashtag (#) vorgegeben, nach dem diejenigen, die sich informieren wollen, bei Twitter suchen können. So filtern sie alle Tweets zu einem Thema aus der Masse heraus.

Live-Berichte sind angesagt
Live-Berichte sind angesagt

Live Streaming

Über Twitter könnt Ihr auch live streamen. Ein WDR-Reporter streamte über die App zum Beispiel live von einer Demonstration einer fremdenfeindlichen Vereinigung in Köln. Man braucht nur einen Twitter-Account, schreibt einen kurzen Teaser und klickt auf „Live-Video starten“. Eines muss man aber doch beachten: Eine stabile und vor allem schnelle Internetverbindung sollte es schon geben. Sonst ruckelt der Live-Stream und es macht keinen Spaß, zuzuschauen. Gibt es kein W-LAN, sollte man außerdem darauf achten, ausreichend Datenvolumen zu haben, sonst wird’s entweder schnell teuer oder sehr langsam. Ganz besonders, wenn man aus dem Ausland streamt.

Live berichten mit Fotos und Videos kann man auch über Instagram – falls der Anlass ausreichend schönes Bildmaterial hergibt. Oder über Facebook. Viele Journalisten und Medienunternehmen setzen auch Snapchat ein, um Bilder und kurze Videos für eine breite Öffentlichkeit zu senden. WhatsApp und ähnliche Messenger könnten künftig für die Live-Berichterstattung eine größere Rolle spielen. Allerdings muss man dabei aufpassen, nicht zu oft Nachrichten zu senden, sonst wird es den Empfängern möglicherweise zu viel Inhalt sein.

Und dann gibt es noch Live-Blogs

Beliebt sind außerdem Live-Blogs. „Ein Ticker also?“, fragte mich neulich eine Kollegin, als ich ihr erzählte, dass Timo und ich ab und zu live bloggen. „Ja und nein“, lautet meine Antwort. Ein Live-Blog ist insofern ein Ticker, als dass jeder Post mit einem Zeitstempel versehen wird. Ein Live-Blog ist aber deutlich mehr als nur ein Ticker. Laufen dort häufig nur kurze Sätze über eine Seite, kann bei einem Live-Blog jeder Post durchaus auch länger sein. Außerdem besteht ein Live-Blog in der besten aller Journalismus-Welten nicht nur aus Text: Dort gibt es auch Bilder und kurze Videos. Ein gutes Live-Blog ist also multimedial.

Und ein gutes Live-Blog gibt auch nicht nur eine Meinung wieder. Da man sehr einfach beispielsweise auch Tweets einbinden kann, lässt sich so ein breites Bild der Meinungen zu einem Vorfall oder zu einer Veranstaltung spiegeln. Allerdings: Wer das alles im Live-Blog leisten will, der schafft es nicht alleine. Hinter einem Live-Blog steht im besten Fall ein Team, mindestens aber braucht man einen Kollegen an der Seite. So kann sich einer auf die Berichterstattung in Post-Form fokussieren, der andere kümmert sich um multimediale Elemente und Inhalte, die er aus den sozialen Medien kuratieren möchte. Weiter zu: Live-Blogs: Das machen die großen Medien.

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