Mobile Reporting: Alles wird mobil, auch der Journalismus

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Selbstständige Journalistin mit dem Fokus auf Verbraucher- und Internetthemen, Buchautorin, Dozentin. Mehr Infos: Wirtschaft verstehen!, Facebook, @kuechenzurufGoogle+

Mobile Reporting: die Ausstattung
Mobile Reporting: die Ausstattung

Smartphones und Tablets machen es möglich, von unterwegs eine Webseite zu bestücken, Radiosendungen zu produzieren oder Videos zu schneiden. Das ist zwar noch nicht immer ganz problemlos, aber die Technik ist auf einem guten Weg.

Vielen Kollegen mag der Bildschirm eines Smartphones zu klein vorkommen, um dort ein Video oder einen Audiobeitrag zu schneiden. Aber es ist möglich. Komfortabler ist die Arbeit allerdings am Tablet, schon weil man auf dem Touchscreen eine Tastatur hat, bei der man die richtige Taste auch mit dickeren Fingern trifft. Mit dem Gerät der Wahl ausgestattet, kann das Experiment Mobile Reporting beginnen: Ein Weblog mit WordPress von unterwegs aktualisieren? Kein Problem mit den Apps für Android-Geräte oder das iPad. Zugegeben: Über den Internetbrowser lassen sich manche Dinge einfacher und schöner gestalten, aber die App ist auch schon gut. Videoschnitt klappt bestens mit iMovie fürs iPad – zumindest, wenn man keine großen Ansprüche an Effekte und die Bearbeitung der Tonspur stellt. Von dort das fertige Video auf YouTube hochladen und über den so genannten Embedding Code in die eigene Homepage zu integrieren, ist eine Frage von Minuten, wenn man eine stabile Internetverbindung hat. Für professionelle Audio-Aufnahmen gibt es Zusatzprogramme sowie Mikrophone plus Kopfhörer. Mit entsprechenden Apps lassen sich zudem sehr einfach Panoramen oder mit etwas Geduld sogar 360-Grad-Bilder erzeugen. Fotos kann man beispielsweise mit der mobilen Version von Photoshop bearbeiten und dann sofort ins Netz stellen. Multimediale Beiträge von unterwegs sind also kein Hexenwerk mehr.

Die Technik muss stimmen

Immer vorausgesetzt, die Technik macht mit. So ist die Batterielaufzeit bei allen Geräten oft noch ein Problem. Speziell, wenn man beispielsweise mitten auf einer Wiese kein offenes W-LAN findet und möglicherweise über ein langsames Netz surft, kann auch die Upload-Zeit für ein Video sehr lang sein. Ist der Akku des mobilen Gerätes nicht mehr voll, ist der Liveberichterstatter im schlimmsten Fall plötzlich offline, ohne dass alle Inhalte übertragen wurden. Zweites Problem: Die Smartphones können viel, aber nicht gleichzeitig. Beispielsweise mit der Redaktion zu telefonieren während man eine Audiospur schneidet, ist eine Herausforderung. Die Lösung hierfür wäre, die Kombination aus Tablet und Smartphone dabeizuhaben.

Ein weiteres, grundlegendes Problem: Die Wahl des richtigen Tarifs. Fürs Smartphone gibt es von allen Telekommunikationsanbietern Tarife, die an verschiedene Datenvolumen angepasst sind. Wer in einen kleinen Tarif einsteigt, kann problemlos bei Bedarf in einen höheren Tarif wechseln. Allerdings: Je mehr Daten man übertragen möchte, desto wichtiger ist ein Tarif, mit dem man große Datenmengen verschicken kann. Schwieriger oder zumindest teurer wird es, wenn man aus dem Ausland berichtet. Zwar gibt es für Datenübertragungen im Ausland auch je nach Entfernung günstige oder teurere Tages- oder sogar Wochenpässe. Diese muss man jedoch oft vor der Abreise einrichten lassen. Alternative: Die SIM-Karte eines Providers aus dem Urlaubsland kaufen. Das geht bei manchen Anbietern übers Internet schon vor dem Abflug.

Fazit:

Mit den mobilen Geräten können Journalisten erstaunlich gute Ergebnisse erzielen – speziell, wenn der Auftritt einer Onlineredaktion schnell und multimedial aktualisiert werden soll. Bevor man jedoch loslegt, ist es sinnvoll, sich mit der Bedienung der Apps vertraut zu machen. Außerdem sollte die Frage des passenden Datentarifs geklärt sein.

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