Totgesagte leben länger: Eintrag im Zimpel

Von 

Selbstständige Journalistin mit dem Fokus auf Verbraucher- und Internetthemen, Buchautorin, Dozentin. Mehr Infos: Wirtschaft verstehen!, Facebook, @kuechenzurufGoogle+

Herrje ist das lange her! Vor Jahren oder Jahrzehnten war ein Nachschlagewerk, das allgemein nur „der Zimpel“ hieß, die Quelle schlechthin, um in Redaktionen den richtigen Ansprechpartner zu finden. Als ich mich 2002 selbstständig machte, ließ ich mich ebenfalls im Zimpel eintragen. Meine Interessen damals: Finanzen, Immobilienfinanzierung, Versicherungen, Geldanlage, Bildung. Ehrlich gesagt: ich habe das total vergessen über die Jahre. Aber ich habe mich oft, sehr, sehr oft über Pressemeldungen in meinem Mailfach geärgert, die so gar nichts mit meinem journalistischen Alltag zu tun hatten. Denn über Finanzen, Geldanlagen und Immobilienfinanzierung schreibe ich tatsächlich nur noch ganz selten. Das Internet und Digitalisierungsthemen sind in meinem Portfolio längst viel wichtiger geworden.

Mein Eintrag im Zimpel
Mein Eintrag im Zimpel

Wenn ich viel zu tun hatte, habe ich die unpassenden Pressemitteilungen einfach gelöscht. Wir sprechen hier nicht von einer am Tag, sondern eher von unpassenden Pressemitteilungen im Fünf-Minuten-Rhythmus. An besseren Tagen habe ich den Absendern geantwortet, erst harsch und kurz angebunden: „Bitte löschen Sie mich aus Ihrem Verteiler“. Das führte bei vielen Kommunikationspartnern zu null Erfolg. Da ich ab und zu mit den Mitarbeitern einer PR-Agentur zu tun habe, diskutierten wir dort einmal das Thema. Die PR-Leute waren ziemlich unglücklich, über so kurz gehaltene Mails, und so nahm ich mir später die Zeit, höflich um Austragung aus dem Verteiler zu bitten. Gerne auch mit dem Hinweis auf meine Homepage, wo man sich darüber informieren kann, welche Themen mich interessieren. Von diesen Absendern bekam ich dann in der Regel keine Mails mehr, aber immer wieder von neuen anderen. Es war ein Kampf gegen Windmühlen.

Jetzt mit Social Media Kanälen

Vor einigen Wochen nahm sich der Mitarbeiter einer Pressestelle die Zeit, mir zu verraten, warum er mich mit unnötigen Pressemitteilungen nötigte – er schickte mir meinen Auszug aus dem Zimpel. Und ich fiel fast in Ohnmacht. Ich weiß nicht, warum dieser Eintrag nie aktualisiert wurde. Ich weiß auch nicht, warum ich nie eine Bitte zur Aktualisierung bekommen hatte. Aber ich weiß, dass der Eintrag sehr veraltet war. Also schrieb ich an die einzige Mailadresse, die auf der Zimpel-Seite finden konnte. und war überrascht, dass ich so schnell Feedback bekam. Es war eine Sache von Minuten, mein Profil anzupassen. Und auf meine vorsichtige Frage, ob man denn vielleicht meinen Twitter-Account und meine Blogadressen auch angeben könne, bekam ich eine gerade zu entzückte Rückmeldung: Ja, das geht!

Das waren mal meine Themen
Das waren mal meine Themen

Von einer Minute auf die andere bekam ich keine überflüssigen und unpassenden Pressemitteilungen mehr zugeschickt. Nur noch ganz selten ist ein Irrläufer dabei. Dafür bekomme ich jetzt tolle Nachrichten, die nicht nur für meinen journalistischen Alltag interessant sind, sondern auch für meine Blogs. Aus einigen Zusendungen habe ich schon spannende Themen abgeleitet. Wenn es so läuft, finde ich Pressemitteilungen ganz hervorragend. Ein Hoch auf den Uni-Mitarbeiter, der sich die Zeit nahm, mir meinen Zimpel-Auszug zu schicken.

Ach ja: Mit der Zimpel-Redaktion habe ich ausgemacht, dass ich jedes halbe Jahr eine Erinnerungsmail bekomme, um mein Profil anzupassen. Das ist gerade bei den Blogs sinnvoll, denn sie haben ständig wachsende Besucherzahlen. fitfuerjournalismus.de wird dort jetzt übrigens auch aufgelistet.

Du hast einen Fehler im Text gefunden? Dann sag uns doch bitte Bescheid. Einfach das Wort mit dem Fehler markieren und Strg+Enter drücken. Schon bekommen wir einen Hinweis.

3 Kommentare zu “Totgesagte leben länger: Eintrag im Zimpel

  1. Hi Bettina, den Tipp musst du mir mal verraten. Ich kriege diese Pressemitteilungen auch am laufenden Band – zwar nicht so viele wie du damals, aber genug dass sie mir auf den S. gehen – und stehe seit Wochen mit Zimpel im Kontakt, die mich auf meine Bitte hin (wohl) aus sämtlichen Verteilern gelöscht haben und behaupten, dass die, die mich jetzt noch kontaktieren, nicht (mehr) ihre Kunden seien und das gar nicht dürften. Viele Grüße, Daniel

    1. Interessant, Daniel! Und für dich natürlich total nervig. Ich hatte gestern mal wieder einen Ausreißer – schließlich haben ja auch einige Unternehmen ihre eigenen Verteiler. Sonst passt es bei mir ausgesprochen gut seit der Änderung. Hast du dir denn eine Standardantwort zurechtgelegt, die du über Copy & Paste verschicken kannst? „Bitte löschen Sie mich aus Ihrem Verteiler“? Oder versehen mit der Frage, woher sie deine Daten haben: „Mich würde allerdings noch interessieren, wie ich auf Ihrem Verteiler gelandet bin?“. Vielleicht lässt sich das Problem so angehen? Viel Erfolg!

      1. Ich kommuniziere seit meinem Löschwunsch bei Zimpel nur noch mit der dortigen Ansprechpartnerin. Wenn es ihre Kunden sind, kontaktiert sie sie. Ansonsten warte ich mal ab, ob bestimmte PRler mir häufiger E-Mails schreiben. Dann schreibe ich Ihnen auch zwei Zeilen.

        Dass sie mich noch kontaktieren, liegt daran, dass sie alte E-Mail-Verteiler nutzen und nicht aktualisieren (so hat mir die Dame von Zimpel es erklärt). Die Mails kriege ich alle, weil ich mich in den Presseverteiler von Zimpel irgendwann mal eingetragen habe(n muss).

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.